ParliamentVon wegen basic bitch, Ottawa ist in Bewegung! Ich hatte sieben Monate Zeit, die Stadt kennen zu lernen, alles gesehen habe ich trotzdem nicht – ein Grund, irgendwann zurückzukommen! Außerdem war es Winter, die Aktivitäten vor der heimischen Tür beschränkten sich daher auf den Weg zur Arbeit/Kneipe/Kino und zurück. Und leider konnte ich auch auch die vielen Festivals im Sommer nicht mitnehmen. Meiner Unternehmungslust tat das aber keinen Abbruch. Ich habe den Winter genossen, denn bei -25 Grad scheint eben nur noch die Sonne und man kann schlittschuhlaufen gehen oder es sich im Café gemütlich machen. Oh Ottawa, danke für die tolle Zeit an diesen schönen Plätzen! //

So much for Ottawa, the basic bitch! There is something going in the capital! I had seven month to get to know the city but I didn’t manage to see it all – one reason to come back, one day! Moreover, it was winter. So outside activities were limited to the way to work/bars/cinemas and back. And unfortunately I couldn’t be there to see all the nice festivals that take place during summer. But that didn’t stop my urge for exploring. I enjoyed winter since there’s so much sunshine when it has -25 degrees, you can go skating or sit in a nice coffee store. Oh Ottawa, thanks for the great time I had in these cool places!

Museen // Museums

National Gallery of Canada - Mein liebster Ort, wenn es um Museen geht. Eine tolle Sammlung kanadischer Kunst, die viel mehr Aufmerksamkeit hierzulande verdient. Aber auch die europäische und zeitgenössische Abteilung sind einen Besuch wert, weil sie neue Blickwinkel auf die alten und neuen Meister eröffnen. //  My favourite place when it comes to museums. A great selection of Canadian art that deserves more attention over here. Also the European and contemporary sections are worth a visist since they offer a new perspective on the old and new masters.

Canadian Museum of Nature – Dinosaurierknochen und Sachen zum Mitmachen, das ist das Geheimrezept für ein gutes Naturkundemuseum, wie es auch eines in Ottawa gibt. Kommen dann noch Wale dazu, wie dieser hübsche Beluga, dann ist auch meine Schwester glücklich! // Bones from dinosaurs and things to play with, those are the special ingridients for a good nature museum, like the one in Ottawa. Moreover, if there are whales like this cute beluga, my sister also will be happy!

Canadian Museum of History (Museum of Civilization) – Das Museum versucht die Kulturen der indigenen Bevölkerung und der Siedler zu vereinen und darüber die kanadische Geschichte zu erfassen. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut, aktuelle Konflikte werden jedenfalls ausgespart. Trotzdem, das Museum ist in jedem Fall einen Besuch wert, allein die Zeitreise in der Canada Hall ist unterhaltsam: Wie eine kleine Stadt wurde die Geschichte Kanadas von den ersten Siedlern bis heute nachgebaut. // The museum tries to unite the cultures of the indigenous people and the settlers in order to embrace Canadian history. This works, sometimes more, sometimes less, current issues for one are not adressed here. Nevertheless, this place is worth a visit, especially the timetravel in Canada Hall is entertaining: the history of the settlers was rebuilt like a little city that you can walk through.

Museum of History Museum of Nature National Gallery of Canada

Gutes aus Ottawa // Good stuff from Ottawa

Apt 613 – Schöne Website/Blog/Magazin mit kreativen Sachen rund um und aus Ottawa plus Veranstaltungkalender, falls man mal nicht weiß, was geht. // Nice website/blog/magazine with creative stuff about and from Ottawa and a calendar, in case you don’t know what’s on.

loveOttawa – Der Fotograf Dwayne Browne will mit seinem Projekt zeigen, was an Ottawa und seinen Bewohnern so liebenswert ist. // Photographer Dwayne Browne created the project to show what is lovable about Canada’s capital and the people who live in it.

Guerilla Magazine – Spannendes Magazin rund um Kunst und (Sub)Kultur in Ottawa, das ich leider erst viel zu spät entdeckt habe. // Exciting magazine about arts and (sub)culture in Ottawa, that I found out about pretty late, unfortunately.

Kichesippi Beer - Kleine, unabhängige Brauerein sind ziemlich groß in Kanada und auch Ottawa hat davon eine ganze Menge. Unter den vielen Geschmacksexperimenten habe ich Kichesippi als meinen Favoriten herausgefiltert. Prost! // Local and microbreweries are really big in Canada and there are a lot of those in Ottawa, too. Among all the experiements in taste I found that Kichesippi was the one I liked most. Cheers!

Essen und Trinken // Eat and Drink

Chez Lucien – Schönes und gemütliches Resaturant/Bar im Herzen vom Byward Market. Die große Auswahl an gezapften Bieren befindet sich nicht auf der Karte, also begann der Kellner bei meiner Frage nach den Bieren jedesmal eine lange Liste zu zitieren. Ich nahm dann meist das erste, weil ich mich an den Rest nicht erinnern konnte. Auch toll: die Jukebox! // Nice and cozy restaurant/bar in the heart of the market. They have a fantastic selection of beers which is not on a menue, so everytime I asked the waiter what beer they have on tap he started to recite the list. I usually picked the first one because I couldn’t remeber them all. Another highlight: the jukebox!

Mellos – Habe ich jemals einen besseren Burger gegessen? Nein, definitv nicht! In diesem schönen Diner kommt er nur leicht durchgebraten aus der offenen Küche mit selbstgeschnitzen Pommes auf den Teller und ist so delikat, dass man den Rest am nächten Tag zum Frühstück verputzen möchte! // Did I ever have a better burger? No, definitely not! In this great diner the burger is served medium rare with a bunch of homemade fries from the open kitchen and it is so delicious that you want to eat the leftovers for breakfast next morning!

Zak’s Diner – Ein Diner wie aus dem Bilderbuch: Im 50’s Stil gibt es hier Burger, Milchshakes, Wraps, Eier und alles was das Dinerherz sonst noch begehrt. // This is a textbook diner: in a 50’s style interior they serve milkshakes, burgers, wraps and eggs and a lot of other things the diner fan is craving for.

The Daily Grind – Ein Freund sagte mal, hier sehe es aus wie in einem Hostel. Stimmt auch ein bisschen, das Daily Grind ist bunt, alternativ und sehr locker, so wie ein Kunstcafé oder eine coole Kneipe sein sollten. Die Küche ist großartig und es gibt tolle Kuchen, Kaffee, und gutes Bier. Im Obergeschoss kann man es sich in den kleinen Nebenräumen gemütlich machen. // A friend once said that the Daily Grind looks like hostel. It’s true for the place is very colorful, casual and has an alternative vibe to it. Just as an art café or a down to earth bar should be like. The food is great and they have good cakes, coffee and beer. Also, you can make yourself comfy in the small rooms on the first floor.

Dominion Tavern – In Ottawa gibt es eine ganze Menge Kneipen. Manche sind ziemlich konventionell, andere sind besonders. So wie diese. The Dom, wie sie genannt wird, wird vor allem von Liebhabern des Punk, des Mottorrads und des schwarzen Outfits besucht, aber die bar ist offen für jederman und die Stimung daher toll. Es gibt gutes Bier zu verbünftigen Preisen, Billiardtische und Musik. Hier verbringt gerne seinen Abend. // Ottawa has a whole bunch of bars and pubs. Some of them are pretty conventional, others are special. Like this one. The Dom, as it is called, is a place frequented especially by lovers of punk music, motor bikes and dark attire – but the place is open to everybody and thus the vibe is great. Good beer and reasonable prices, pool tables and music. It’s fun to spend your night here.

Außerdem // More: Das Lokal, The Standard, Hintonburger, The Green Door, The Château Lafayette, Oz Kafe, Connors Pub

Anna at Mellos Restaurant Young Janes Pia and Christin at Zak's Diner

Einkaufen // Shopping

Workshop – Was habe ich hier an Geld gelassen! Wunderschöne Kleider und toller Schmuck lokaler Designer, und dazu gibt es noch Workshops im Nähen, Stricken, Selbermachen. I’m in love! // I spent a lot of money in that place! Beautiful dresses and great jewelry from local designers and on top workshops in sewing, knitting and do it yourself. I’m in love!

Young Janes – Hübscher Vintageladen, der mein Second Hand liebendes Herz hat höher schlagen lassen. Er ist nicht nur wunderbar eingerichtet und nach Farben sortiert, sondern vor allem preislich erschwinglich. // Lovely vintage store that my second hand loving heart beat faster. It is not only well decoraded and sorted by colors but the clothes also have reasonable prices.

Flowers and Vintage – Dieser schöne Laden bietet mit ausgesuchten Vintageteilen und hübschen Blumenarrangements Gutes für den Kleiderschrank und den Esstisch. // This pretty store offers something nice for your closet and your dining table with its lovely vintage clothes and flower arrangements.

Außerdem // More: Milk, Roadtrip, 3 Trees, Victoire

Kunst und Kultur // Arts and Culture

National Arts Centre - Es mag zwar nicht das hübscheste Gebäude sein, doch der Schein trügt. Das National Arts Centre hat eine Menge zu bieten, über klassische Konzerte und Musicals bis hin zu Ballett und Theater. Man muss sich nur seine Lieblingskunst aussuchen. // Maybe not the most beautiful building but never judge a book by its cover! The National Arts Centre has a lot offer from classical concerts and musicals over theatre and ballet. You just have to pick your favorite art.

Arts Court – Die kleine Schwester des National Arts Centre bietet Raum für Alternativen im Kunstbetrieb wie zeitgenössischen Tanz oder Performance. // The little sister of the National Arts Centre offers a space for alternative art forms such as contemporary dance or performances.

Fall Down Gallery – Die kleine Galerie in der Innenstadt – geführt von ein paar coolen Skatern – bietet in erster Linie Kunstwerke lokaler Künstler zum Verkauf, darunter auch viele Arbeiten indigener Kreativer. Daneben ist sie Veranstaltungsort für Ausstellungen wie Picturama, bei der man zehn eigene Fotografien einreichen konnte, die zusammen mit allen anderen Bildern ausgestellt und von den Besuchern erworben werden konnten. // The small gallery – owned by some cool skater boys – offers the works of local artists and indigenous creatives. Moreover they host events like Picturama, to which one could submit ten photos that were displayed and sold to the visitors of the exhibit.

Picturama at Falldown Gallery National Arts Centre ByTowne Cinema

Kino // Cinema

Filmfestivals des Canadian Film Institute – Für Festivalliebhaber gibt es kaum eine bessere Adresse, denn hier wird konstant der Durst nach neuen Filmen gestillt. Ob European Union Film Festival oder Bright Nights – The Baltic Nordic Film Festival, irgendein interessanter Film läuft immer im Auditorium der Nationalbibliothek und -archive. // There’s no better place for festival lovers because here they are constantly served with fresh films. No matter if it is European Union Film Festival or Bright Nights – The Nordic Baltic Film Festival, there’s always an interesting movie at the auditorium of National Library and Archives.

ByTowne Cinema – Dieses Kino war quasi mein Stammlichtspielhaus, besonders nachdem ich zehn Minuten zu Fuß entfernt gewohnt habe. Internationale Arthousefilme und kanadisches Kino im Original, gutes Popcorn irgendwo zwischen süß und salzig und eine Mitgliedschaft, mit der die Karte nur noch 7 Dollar (etwa 4,50 Euro) kostete haben mir das Bytowne ans Herz wachsen lassen. // This cinema was my favorite movie theatre, especially since I lived in ten minutes walking distance. International art house films in their original language, great popcorn somewhere between sweet and salty and a membership with which the ticket was only 7$ (about 4,50 Euros) made me grow very fond of the Bytwone.

Mayfair Theatre – Auch im Mayfair kommt man als Freund des Indiekinos auf seine Kosten. Aber auch Blockbuster und Kultfilme laufen in dem mit Sofas und allerlei trashigem Dekokram ausgestatteten Kino. Die Rocky Horror Picture Show hat hier genauso ihren monatlichen Vorführungstermin wie der “schlechteste Film aller Zeiten”, The Room. // The Mayfair offers everything a friend of indie cinema is longing for. But there is also blockbusters and cult classics being shown at the place which is filled with trashy decoration and couches. The Rocky Horror Picture Show has its monthly screening as well as the “Citizen Kane of bad movies”, The Room.

Invisible Cinema – Auf der Suche nach den versteckten Schätzen des Filmuniversums kommt man an kleinen Videotheken nicht vorbei. Auch Ottawa hat so eine Perle, die vom Trashkino über Autorenfilme und Dokus alles führt, was man sich als Filmfreund wünscht. // You can’t get pass little video rental stores when you’re looking for the hidden gems of film universe. Ottawa has a place like that too, and the film aficionado can find everything from trash films to auteur cinema and documentaries here.

Nächstes Mal // next time: Rausgehen // Outdoor, Kaffee // Coffee, Bücher // Books …

 

 

Heute startet Oh Boy in den USA – unter dem hippen Titel A Coffee in Berlin. Indiewires Kritik vergleicht den Publikumsliebling von Jan Ole Gerster mit Noah Baumbachs Frances Ha. Das musste ich mir durch den Kopf gehen lassen. Die Ähnlichkeiten der beiden Filme sind mir noch nie aufgefallen, obwohl sie auf der Hand liegen: Beide erzählen in Schwarzweiß Geschichten über mehr oder minder orientierungslose Twentysomethings in sehr angesagten Großstädten. Soweit, so offensichtlich, ein Vergleich funktioniert zumindest ästhetisch. //

Today, Oh Boy will be released in the U.S. – with the hip alternate title A Coffee in Berlin. The review on Indiewire compares the popular film by Jan Ole Gerster to Noah Baumbach’s Frances Ha. I really needed to give that some thoughts. The similarities never occured to me, although they are very clear: Both films tell stories in black and white about twentysomethings living in cool urban centres and seeking – more or less – orientation. Obviously the comparison works when it comes to the aesthetics.

Beide Filme sind 2012 produziert, von einem Einfluss des einen auf den anderen kann man also kaum sprechen. So begann dann auch mein Grübeln, was die inhaltlichen Gemeinsamkeiten angeht. Frances Ha fand ich großartig, Oh Boy gut. Einerseits könnte man argumentieren, dass ich Frances’ weibliche Perspektive besser nachvollziehen kann als die von Niko, andererseits ist mir sein Weg durch Berlin sehr viel vertrauter als ihr Wohnort New York. Beim genauen Hinschauen offenbaren sich dann noch mehr Unterschiede. Während Niko teilnahmslos durchs lebendige Berlin streift, innerlich verzweifelt, weil er keine Entscheidung treffen kann, ist Frances nie passiv, sondern fast zu schnell für alles, was sie anpackt. Überfordert Niko schon die Bandbreite an Kaffee im Prenzlauer Berg, bucht Frances einfach einen Wochenendtrip nach Paris, den sie zum Ausgleich ihres Energieüberschusses glatt verschläft. Wo Frances’ soziale Interkationen offen und unbedarft sind, weiß man bei Niko nie, wonach er bei Menschen sucht. Seine Begegnungen bleiben kleine Geschichten am Rande. Umso mehr wird in Oh Boy versucht, die Nebenfiguren ins Typenhafte zu ziehen und ihnen dadurch eine schnell greifbare Tiefe zu geben, inklusive einer sehr deutschen Geschichtsstunde am Ende. Die Charaktere, mit denen Frances verkehrt, sind ebenso randständig für die Erzählung, aber sie haben einen individuelleren Anstrich. //

Both films were made in 2012 so there cannot be an influence from one on the other. That made me think about the similiarities when it comes to the story. I considered Frances Ha a great movie, and Oh Boy a good one. One could argue, one the one hand, that I can better relate to Frances’ female perspective rather than to Niko’s, on the other hand I am more familiar with his way through Berlin than with her living in New York City. Looking closely, there are even more differences. While Niko is drifting lethargically through lively Berlin, desperate on the inside because he is not capable of making decisions, Frances never appears to be passive, she rather is too fast for everything she starts. Whereas Niko is overwhelmed with the range of coffee offered in Prenzlauer Berg, Frances just books a weekend trip to Paris, which she eventually misses out on by oversleeping to even out her surplus on energy. Frances’ social interactions are always honest and without ulterior motives, with Niko you never know what he is looking for in others. His encounters are brief stories at the margins. All the more the people he meets are shown as stock charakters, thus giving them some depth that can be perceived easily, including a very German history lesson at the end of the film. The people Frances is dealing with are also not very important for the story but they have more of an individual tone.

Sind beide Figuren ziellos? Ja, bestimmt. Frances und Niko suchen nach Sinn in ihrem Leben, aber auf ganz unterschiedliche Weise. Und es ist spannend, wie zwei verschiedene Figuren durch die gleiche Thematik und Szenerie geführt werden. Ist junges urbanes Leben und Arbeiten überall gleich, eine global universelle Erfahrung? Darauf geben die Filme keine Antwort, denn sie sind letztendlich Geschichten über Individuen, egal ob männlich oder weiblich, und ihren speziellen Umgang mit den modernen Lebens- und Arbeitswelten der Großstadt. //

Are both chracaters aimless? Yes, for sure. Frances and Niko seek a meaning to their lives, but they do so in very differenet ways. It is exciting to watch these two very different figures being led through the same topic and scenerie. Is young urban live and work the same everywhere, a global universal experience? The films do not have an answer to this, since in the end they tell stories about individuals – no matter if they are male or female – and their very special approach to modern environments in big cities.

Hiermit geht eine Empfehlung raus an alle Filmfreunde, sich in New York City ein Juwel nicht entgehen zu lassen: das Museum of the Moving Image! So manches mal hatte ich Probleme mit Filmmuseen. Gibt es vor allem Sammlungen technischer Apparaturen, so kann mich das oft nicht begeistern, weil sie den Geist des Kinos nicht umfassend einfangen – oder vielleicht nicht mehr. Zumal sie dann eigentlich Filmtechnikmuseen heißen müssten. Kino ist schwierig in Museumsform zu gießen.

Beim Museum of the Moving Image war das anders. Neben den Laterna magicas und Kinetoskopen waren es vor allem die Kuriositäten, die das Museum zu einem Heidenspaß machten: Tonmischpulte, an denen man eine Szene aus Terminator 2 mit Comicgeräuschen unterlegen konnte, C-3PO als Klebebandspender, das Chewbacca-Kostüm oder ein als ägyptische Grabkammer gestalteter Kinosaal. Eva (von der hier die Fotos stammen) und ich hatten besonders viel Spaß am Stop-Motion-Basteltisch, anbei die herausragenden Ergebnisse. Getoppt wurde dieser unterhaltsame Teil noch von einer witzigen Installation zu GIFs als Gesten und einer sehr eindringlichen Ausstellung des Medienkünstlers Jim Campbell. Also, hin da! //

This goes out to all film lovers, don’t miss that jewel while you are in New York City: the Museum of the Moving Image! I sometimes have a problem with film museums. In case their exhibit only consists of technical devices I do not find them exciting or appealing, because they cannot transport the spirit of cinema – or at least not anymore. Those places should be named film technology museums instead. It is difficult to bring cinema to museums.

The case was different with the Museum of the Moving Image. Besides the laterna magicas and the kinetoscopes it was the curiosities that made the museum a lot of fun: sound mixers to add comic style music to a scene from Terminator 2, C-3PO as a tape dispenser, the Chewbacca costume or a movie theatre decorated like an Egyptian tomb. Eva (who took the pictures) and me had the most fun creating some stop motion movies, see the great results below. On top of all this there was a funny installation about GIFs as gestures and an intense exhibition by media artist Jim Campbell. Go there!

Star Wars FiguresPsychedelic Film LoungePsychedelic Film Lounge C-3PO

In diesem Jahr ist die Jury des Filmfestivals in Cannes mehrheitlich mit Frauen besetzt, das ist eine gute und überfällige Sache für die Filmkunst. Jane Campion steht an ihrer Spitze, ihre beeindruckende Miniserie Top of the Lake möchte ich wirklich jedem ans Herz legen. Ein Fan des Petitions- und Boykottaufrufs von vor zwei Jahren, als es keinen Film einer weiblichen Regisseurin im Wettbewerb gab, bin ich nicht, da er erstens allein die Arbeit von Regisseuren in den Fokus stellt und nicht danach schaut, welchen Anteil Produzentinnen, Autorinnen oder Editorinnen an der im Wettbewerb laufenden Filme haben, und zweitens der – auch mit Frauen besetzten – Jury eine mutwillige Ignoranz gegenüber weiblichen Regisseuren unterstellt. Wichtig ist es aber, auf das Missverhältnis von Männern und Frauen in der Filmwirtschaft aufmerksam zu machen.

Neben der aktiven Rolle von Frauen in Film und Fernsehen als Produzentinnen, Regisseurinnen oder Schauspielerinnen, interessiert mich natürlich auch ihre Repräsentation als Figuren in Geschichten und die Bilder, die darüber von Frauen gezeichnet werden. In letzter Zeit hatte ich häufig diese Gedanken: Warum spielt in diesem Film oder dieser Serie eigentlich ein Mann die Hauptrolle, und nicht eine Frau, obwohl die Geschichte beide Geschlechter gleichermaßen betrifft? Warum empfinden wir es als normal, vor allem männliche Protagonisten im Kino zu sehen? Was würde sich an diesen Geschichte – oder an unserer Wahrnehmung derselben – verändern, wenn eine Frau seinen Part übernehmen würde? Die universellen Geschichten im Kino werden noch immer mit Männern in der Hauptrolle erzählt, weibliche Protagonistinnen in Filmen sind nach wie vor in der Unterzahl. Der Bechdel-Test hat geholfen, zahlenmäßig auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, indem er Filme aufzeigt, in denen mindestens zwei Frauen vorkommen, die miteinander über etwas anderes als Männer reden. Allerdings taugt er nicht dazu, ein frauenzentriertes und trotzdem universelles Kino zu identifizieren, da er nicht untersucht, wer die zentral handelnde Figur in dem Film ist und worum genau es sich in den Dialogen dreht.

Auch sind Filme, die sich nicht notwendigerweise mit “weiblichen Themen” wie Heiraten oder Kinderkriegen auseinandersetzen und trotzdem eine Frau in der Hauptrolle haben, rar. Sicherlich erzählt ein frauenzentriertes Kino Geschichten anders – und andere Geschichten – als ein von männlichen Protagonisten dominiertes, es fehlt aber immer noch die Vielfältigkeit im Kino der Frauen, die sich abseits von konventionellen Rollenbildern bewegt. Ich möchte Garden State und Drive aus weiblicher Sicht sehen, ohne darüber nachzudenken, dass ich sie aus weiblicher Sicht sehe. Mehr Haywire, Happy Go Lucky, Frances Haund The Hour. Ich habe genug vom Macho-Kino, in denen Frauen nur als schönes, manchmal gar rein dramaturgisches Beiwerk neben den virilen Helden stehen. Ich möchte mehr Statements wie dieses von Olivia Wilde. Ich möchte mehr Reden wie diese von Cate Blanchett und anderen klugen Schauspielerinnen. Und ich möchte, dass mehr Männer den Mut haben, Filme über Frauen zu sehen! //

 

The jury at Cannes International Film Festival will have a majority of women this year, which is great and overdue. It is led by Jane Campion, whose impressive mini series Top of the Lake I deeply recommend to everybody. I wasn’t a fan of the call for petition and boyvott two years ago, when the competition didn’t have a single film directed by a woman because it a) centers the work of directors only and disregards the share of female producers, writers and editors on the films at Cannes, and b) imputes that the jury, which also had female members, willingly ignored the works of female directors. But it is important to raise awareness for the misproportions concerning men and women in film industry.

Besides the active part women play in the film industry as producers, directors or actresses I’m very interested in the representations as characters in stories and the images of women these stories convey. Lately I had one thought especially: Why is it actually a man playing the leading part in a film or a TV show, and not a woman, although the story affects both? Why do we perceive it as the standard to see male protagonists on the big screen? What would change in these story – or in our perception of it – if a woman was to play the part of the man? Universal stories are still cast with man in leading roles, female protagonists are still a minority. The Bechdel test helped to statistically show this deficiency in identifying films that have at least two women in it talking to each other about something else than men. But it is not suited for recognizing a women-centered but also universal cinema since it does not analyse which sex the protagonist has and what the dialogues actually are about.

Also, films that do not necesseraly address women topics like marriage or motherhood but have a female protagonists are quite rare. A women-centered cinema certainly tells stories differently – and different stories – than one dominated by male protagonists, but it still lacks a diversity in women’s cinema that addresses topics besides conventional role models. I want to watch Garden State and Drive from a female perspective without knowing it. i want more Mehr Haywire, Happy Go Lucky, Frances Ha und The Hour. I’m fed up with a cinema of machismo that shows women as beautiful or even dramatical devices standing next to the hero. I want more Statemenst like this one from Olivia Wilde. I want more speeches like this one from Cate Blanchett and other smart actresses. And I want more men to have to guts to go and watch films about women!

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